Podiumsgespräch mit Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk und Dr. Eberhard Brecht

Bühne7 - Marktstraße 7, 06484 Quedlinburg
Am 2. März um 18.30 Uhr lädt die Partnerschaft für Demokratie Quedlinburg in Kooperation mit dem Aktionsbündnis für Demokratie zu einem Podiumsgespräch unter dem Titel „DDR-Bürger – Opfer der eigenen Revolution?“ in die Bühne7 (Marktstr. 7) ein. Im Mittelpunkt stehen die gesellschaftlichen Folgen der Friedlichen Revolution von 1989 sowie die Frage, wie es um Demokratie und politische Kultur im Osten Deutschlands heute bestellt ist.
Gesprächspartner sind der renommierte Historiker Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk und der ehemalige Quedlinburger Oberbürgermeister sowie Bundestagsabgeordnete Dr. Eberhard Brecht. Die Moderation übernimmt Prof. Rainer Neugebauer. Im Anschluss an das Gespräch ist eine offene Diskussion mit dem Publikum vorgesehen.
Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk zählt zu den Kennern der DDR-Geschichte und der Transformationsprozesse nach 1989/90. Er war viele Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stasi-Unterlagenbehörde und machte sich bundesweit einen Namen durch seine kritischen Analysen der deutschen Einheit. In seinen Büchern setzt er sich intensiv mit der Friedlichen Revolution, dem Zusammenbruch der DDR, den Brüchen der Nachwendezeit und den langfristigen sozialen und mentalen Folgen für Ostdeutschland auseinander. Kowalczuk beleuchtet dabei auch Themen wie enttäuschte Erwartungen, Identitätsverluste, das Gefühl des „Übernommen-Werdens“ sowie die Ursachen für heutige Demokratieverdrossenheit und autoritäre Sehnsüchte.
Gemeinsam mit Dr. Eberhard Brecht möchte Kowalczuk zentrale Fragen diskutieren: Ging es bei der Revolution von 1989 primär um Freiheit im Osten oder um Wohlstand nach westlichem Vorbild? Welche Hoffnungen wurden erfüllt, welche enttäuscht? Warum fühlen sich viele Bürgerinnen und Bürger der ehemaligen DDR bis heute politisch nicht ausreichend repräsentiert? Weshalb wächst die Zustimmung zu populistischen und extremistischen Positionen? Und welche Konsequenzen hätte eine rechtspopulistisch geprägte Politik – insbesondere für Sachsen-Anhalt?
Darüber hinaus wird der Blick auf die Gegenwart gerichtet: Ist die Demokratie in Deutschland angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung in Bedrängnis? Und vor allem – wie kann Demokratie wieder attraktiver, greifbarer und vertrauenswürdiger werden?
Die Veranstaltung richtet sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger und möchte Raum für Austausch, Reflexion und kontroverse Debatte bieten.